Buchhaltung per Prompt
Buchhaltung per Prompt
Buchhaltung per Prompt bedeutet: Sie beschreiben in einem Satz, was geschehen soll — und Ihr KI-Agent setzt das über die offene Schnittstelle Ihrer Buchhaltung um. Zahlen ziehen, Belege buchen, offene Posten prüfen: alles in natürlicher Sprache, ohne Menümasken und ohne Programmierkenntnisse. Der Agent ist dabei ausdrücklich Ihr Werkzeug — ob Claude, ChatGPT oder Cursor, er gehört Ihnen und ist kein Bestandteil unserer Software. Die Freigabe treffen am Ende immer Sie.
Was "Buchhaltung per Prompt" wirklich heißt
Klassische Buchhaltungssoftware führt Sie durch Masken, Reiter und Pflichtfelder — Sie müssen den Weg kennen, um ans Ziel zu kommen. "Buchhaltung per Prompt" dreht dieses Verhältnis um: Sie nennen das Ziel in einem Satz, und Ihr KI-Agent übersetzt es in konkrete Aufrufe der Schnittstelle. Aus der Frage "Wie hoch waren die Reisekosten im dritten Quartal?" wird ein Lesezugriff auf die Saldenliste; aus "Buche diese Rechnung" ein geprüfter Buchungssatz. Nicht die Software gibt den Ablauf vor, sondern Ihre Absicht.
Möglich macht das eine offene REST-API, ergänzt um einen MCP-Server als Adapter. Beide sprechen dieselbe Sprache, nutzen denselben Bearer-Schlüssel und dieselben Scopes — der Unterschied ist allein die Anbindung. Weil die Logik in der Schnittstelle liegt und nicht im Agenten, verhält sich Ihre Buchhaltung identisch, gleich welchen Anbieter Sie vorschalten. Unsere Software stellt nur die Schnittstelle bereit und bindet sich an keinen bestimmten KI-Anbieter.
Der eigentliche Gewinn ist der Wegfall der Klickpfade: kein Suchen im Menü, kein Merken von Reihenfolgen. Sie formulieren das Ergebnis, der Agent findet den Weg dorthin — und Sie behalten jederzeit die Freigabe über das, was tatsächlich gebucht wird.
Beispiel-Prompts, die sofort sitzen
Diese Sätze richten Sie an Ihren eigenen KI-Agenten. Er wählt selbst das passende Werkzeug und ruft den richtigen Endpoint auf — Sie formulieren nur die Absicht.
# Lesen (nutzt einen Lese-Scope): "Zieh mir die Saldenliste für Oktober und nenne die drei größten Aufwandskonten." "Zeig alle offenen Posten, die seit über 30 Tagen fällig sind, sortiert nach Betrag." "Wie hoch war der Rohertrag im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal?" # Buchen und stellen (braucht einen write-Scope): "Buche die Eingangsrechnung der Muster GmbH über 1.190 EUR brutto (19 % USt) auf Bürobedarf." "Erstelle die Ausgangsrechnung an die Berg KG über 2.500 EUR netto und buche sie." # Korrigieren (Storno statt Löschen): "Storniere die Buchung mit Beleg-Nr. 2024-0412 — sie wurde doppelt erfasst."
Vom Satz zum Buchungssatz: was der Agent per Prompt erledigt
Insgesamt decken 91 MCP-Werkzeuge das Lesen, Schreiben und Prüfen ab. Der Agent deutet Ihren Satz, wählt das passende Werkzeug und füllt die Felder aus dem Kontext.
Zahlen ziehen (lesend)
43 lesende Werkzeuge liefern Stammdaten, Saldenliste, Buchungsjournal, offene Posten, Ein- und Ausgangsrechnungen, Belege, Bankumsätze, Kontenrahmen, die Grundlagen der BWA sowie den Stand von Steuermeldungen und Jahresabschluss. Ein Satz genügt — der Agent ruft den passenden Endpoint auf und formuliert die Antwort in verständlicher Sprache zurück.
Buchen und stellen (schreibend)
45 schreibende Werkzeuge decken unter anderem Buchungssatz, Storno, Rechnungen, Zahlungen, Belege, Bankumsätze und die amtliche Prüfung von Steuermeldungen ab. Dafür brauchen Sie einen Schlüssel mit write-Scope; Rechnungsversand und Festschreibung verlangen eigene Rechte. Ein reiner Lese-Schlüssel kann nichts verändern und dient allein der Auswertung.
Prüfen und abstimmen
Fragen Sie den Agenten, ob Soll gleich Haben ist, welche Konten auffällig kippen oder welche Forderungen überfällig sind. Er wertet dieselben Zahlen aus, die in der Anwendung später zum Monats- oder Jahresabschluss werden.
91 Werkzeuge, ein Schlüssel
Insgesamt stehen 91 MCP-Werkzeuge bereit: 43 lesende, 45 schreibende, eines für den Rechnungsversand, eines für die Festschreibung und eines für die Übermittlung an ELSTER, dessen Recht derzeit noch nicht vergeben wird. Welche Firma bebucht wird, leitet die Schnittstelle aus Ihrem jab_live_-Schlüssel ab — die Gesellschaft ist kein Prompt-Parameter, den der Agent frei wählen könnte.
Sie geben frei — GoBD bleibt erzwungen
Ein Prompt löst nie eine unumkehrbare Tatsache aus, die Sie nicht gesehen haben. Der Agent schlägt einen Buchungssatz vor, Sie lesen ihn und geben ihn frei — die Kontrolle bleibt beim Menschen. Der Agent ist Ihr Assistent, nicht Ihr Ersatz.
Darunter greift derselbe Buchungskern, den auch die Oberfläche nutzt. Jede Buchung wird nach der Festschreibung unveränderlich (append-only); Korrekturen laufen ausschließlich über eine Storno-Buchung, nie über stilles Löschen. Und Soll muss gleich Haben sein, sonst nimmt die Schnittstelle den Satz gar nicht erst an. So bleibt der Verfahrensweg GoBD-konform — gleich, ob ein Mensch tippt oder ein Agent formuliert.
Ohne Programmierkenntnisse starten
- Legen Sie in der Buchhaltung unter Einstellungen → „KI-Agent & API“ einen API-Schlüssel an — er beginnt mit jab_live_ und gehört zu genau einer Firma.
- Vergeben Sie den Scope bewusst: nur lesen zum Auswerten, lesen und schreiben zum Buchen.
- Verbinden Sie Ihren Agenten über die gehostete MCP-URL mit dem Schlüssel im Authorization-Header (Bearer).
- Alternativ sprechen Sie die REST-API direkt an; jeder Endpoint akzeptiert denselben Bearer-Schlüssel.
- Kein eigener Server, kein Code: Ein MCP-fähiges Programm wie Cursor oder Claude Code genügt; Claude Desktop verbindet sich über die Brücke mcp-remote, für die Node.js installiert sein muss.
Häufige Fragen
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Nein. Sie schreiben ganz normale Sätze wie "Zieh die Saldenliste für Oktober". Die technische Verbindung besteht aus einem einzigen Schlüssel und einer URL — einmal eingerichtet, arbeiten Sie nur noch in natürlicher Sprache.
Woher weiß der Agent, welches Werkzeug er nehmen soll?
Das entscheidet der Agent selbst aus Ihrem Satz. Jedes MCP-Werkzeug trägt eine Beschreibung, anhand derer der Agent das passende auswählt — für "Zieh die Saldenliste" das lesende Saldenlisten-Werkzeug, für "Buche die Rechnung" das schreibende. Welche Werkzeuge überhaupt sichtbar sind, begrenzt Ihr Scope: Mit einem reinen Lese-Schlüssel stehen die schreibenden gar nicht erst zur Auswahl, und der Prompt läuft ins Leere statt etwas zu verändern.
Welchen KI-Agenten kann ich verwenden?
Jeden, der die REST-API oder das MCP-Protokoll spricht — etwa Claude, Claude Desktop, Claude Code, ChatGPT, ein Custom GPT, Cursor, n8n, Zapier, Make oder LangChain. Der Agent ist Ihr Werkzeug und gehört Ihnen; er ist kein Bestandteil unserer Software, und unsere Buchhaltung setzt keinen bestimmten Anbieter voraus.
Kann der Agent per Prompt einen Jahresabschluss oder eine E-Bilanz erstellen?
Nein. Per Prompt zieht Ihr Agent Zahlen, bucht und prüft; damit bereitet er die laufenden Zahlen vor. Jahresabschluss und E-Bilanz entstehen in der App. Steuermeldungen kann er amtlich prüfen und vorbereiten, übermittelt wird über den Freigabe-Link in der App.
Was passiert, wenn der Agent sich verbucht?
Falsches wird nicht gelöscht, sondern per Storno-Buchung neutralisiert und neu gebucht — genau wie in einer ordentlichen Handbuchhaltung. Da jede Buchung nach der Festschreibung unveränderlich ist, bleibt die Historie GoBD-konform nachvollziehbar. Und weil Sie jeden Buchungssatz freigeben, sehen Sie den Fehler in der Regel schon vorher.
Kann ein Prompt versehentlich die falsche Firma bebuchen?
Nein. Die Gesellschaft wird aus dem jab_live_-Schlüssel abgeleitet, nicht aus dem Prompt. Ein Schlüssel bebucht immer genau eine Firma; für eine zweite Gesellschaft legen Sie einen zweiten Schlüssel an.
Vom selben Anbieter: Jahresabschluss nach HGB – der komplette Leitfaden auf jahresabschluss.io.